Reisemobil-Neuzulassungen

Das Jahr 2016 war auf dem Reisemobilmarkt ein Jahr der Rekorde. So stieg die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Bestwert aus 2015 um enorme 23,9 Prozent. Insgesamt wurden 35.135 Reisemobile in Deutschland neu registriert – so viele wie nie zuvor. Damit konnten die Hersteller den jährlichen Absatz von Reise-mobilen seit 2010 kontinuierlich steigern und das sechste Rekordjahr in Folge verbuchen. Das Kraftfahrt-Bundesamt erfasst in seiner Statistik nur Fahrzeuge, die explizit als solche zugelassen sind. Der Fachbegriff hierfür lautet „Sonstige Kfz-Wohnmobile“ bzw. EU-Fahrzeugklasse „M,SA“. Ausgebaute Kastenwagen, die als Pkw, Büromobil oder Lkw registriert sind, fallen nicht darunter. Sie sind dementsprechend in den Daten des KBA nicht enthalten. Das tatsächliche Aufkommen aller Neufahrzeuge ist also höher und wird für 2016 auf 40.635 Einheiten geschätzt.

Reisemobil-Produktion

Die Produktion von Reisemobilen lag 2016 noch einmal deutlich über dem Jahr 2015, in dem bereits ein Wachstum von 19,2 Prozent erzielt wurde. Die Steigerung der Reisemobilfertigung wurde 2016 auf 57.349 Einheiten hochgefahren und verbesserte dadurch das Vorjahresergebnis (46.488 Einheiten) um 23,4 Prozent. Die Höhe der Produktion lag in den Quartalen I, II und IV auf fast gleichem Niveau, nur im dritten Quartal 2016 wurde durch die Betriebsferien eine geringere Anzahl an Reisemobilen fertiggestellt. Die normalerweise im vierten Quartal zurückgefahrene Produktion wurde aufgrund des guten Orderverhaltens im In- und Ausland auf dem hohen Niveau beibehalten. Im ersten Halbjahr 2016 lagen die produzierten Reisemobile mit über 30.000 Einheiten um 23,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis.Das zweite Halbjahr 2016 übertraf mit 27.330 Reisemobilen das Ergebnis des zweiten Halbjahres 2016(22.204 Einheiten) um rund 5.100 Einheiten. Mit der gestiegenen Produktion wuchs auch der Export überproportional,sodass sich eine Ausfuhrquote von 43,2 Prozent ergab.

Reisemobil-Bestand

Der Bestand an Reisemobilen ist 2017 erneut weiter angewachsen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg führt zum Stichtag 1. Januar 2017 450.167 Einheiten in seiner Statistik. Das sind 32.870 Fahr-zeuge mehr als noch 2016 – ein Plus von 7,9 Prozent. Im Register des KBA sind Fahrzeuge, die unterjährig an- und wieder abgemeldet werden (sogenannte „vorüber-gehende Außerbetriebsetzungen“), nicht enthalten. Zudem können Reisemobile auch als Pkw, Lkw oder Büromobil zugelassen werden, wodurch sie ebenfalls nicht von der Bestandsstatistik des KBA erfasst werden. 

Reisemobil-Ausfuhr

Die europäischen Reisemobilmärkte haben sich 2016 überwiegend weiter positiv entwickelt. So ist auch der Export deutscher Reisemobile um 10,0 Prozent auf 23.618 Einheiten gestiegen. Das ist das dritte Wachstumsjahr in Folge und erstmals wurden in der Caravaning-Geschichte mehr Reisemobile als Caravans exportiert. Von den 57.349 von deutschen Herstellern produzierten Fahrzeugen wurden 41,2 Prozent ins Aus-land ausgeführt. Diese Quote ist gegenüber 2015 deut-lich gesunken. Grund hierfür ist die nochmals gestiegene Binnennachfrage. Auch wenn der Anteil leicht sank, blieb Frankreich das Exportland Nummer 1 für deutsche Reisemobile. 18,2 Prozent der Produktion gingen in das westliche Nachbarland. Mit einer deutlichen Zunahme auf 13,2 Prozent lag Schweden erstmals auf dem zweiten Platz. Dahinter folgte die Schweiz mit einem minimalen Minus.