Reisemobil-Neuzulassungen

Die Erfolgsgeschichte des Reisemobils begann in den 70er Jahren mit ca. 1.000 Zulassungen, wobei noch nicht von industrieller Fertigung gesprochen werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Caravan-Neuzulassungen bereits bei rund 40.000 Registrierungen in Deutschland. Aber bereits ab 2007 wurden in Deutschland mehr Reisemobil-Neuzulassungen gezählt als neu zugelassene Caravans. Selbst die weltweite Finanzkrise in 2008 ließ die Neuzulassungen in 2009 lediglich um 16,0 Prozent sinken. Danach stiegen die Registrierungen von Jahr zu Jahr und 2017, nach sieben Rekordjahren, wurden 40.568 Reisemobil-Neuzulassungen laut Berechnungen des KBA in Flensburg erreicht. Das Vorjahresergebnis von 35.135 neu zugelassenen Reisemobilen wurde damit um weitere 15,5 Prozent übertroffen. Die ersten Analysen der Absatzergebnisse auf den Frühjahrsmessen 2018 lassen einen weiteren zweistelligen Zuwachs für 2018 erwarten.

Reisemobil-Produktion

Die Produktion der deutschen Hersteller stieg im ersten Halbjahr 2017 mit 36.585 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr (30.019 Einheiten) um fast 22,0 Prozent und konnte auch im zweiten Halbjahr 2017 dieses hohe Niveau halten. Insgesamt wurden fast 70.000 Reisemobile im Jahr 2017 hergestellt und ein Zuwachs von rund 21,0 Prozent im Vergleich zu 2016 (57.350 Einheiten) erzielt. Eine gute Inlandsnachfrage (+15,5 Prozent) sowie wachsende Marktanteile auf den ausländischen Reisemobilmärkten führten bei den deutschen Herstellern zu gravierenden Produktionsengpässen und zu leergefegten Gebrauchtwagenmärkten. Die eingeleiteten Investitionen der Hersteller in alte und neue Produktionsstätten wird langfristig die Produktionskapazitäten auf das notwendige Niveau heben. Die Exportquote stieg in 2017 auf 43,3 Prozent und verdeutlicht den hohen Stellenwert der deutschen Hersteller im europäischen Reisemobilmarkt.

Reisemobil-Bestand

Die gestiegene Nachfrage nach Reisemobilen in Deutschland in den letzten Jahren hatte auch einen maßgeblichen Einfluss auf die Bestandsentwicklung. Neueinsteiger belebten den Reisemobilmarkt zusehends und hoben somit das jahrelang bestehende Bestandsniveau an. Allein in den letzten fünf Jahren ist der Reisemobil-Bestand um 32,1 Prozent gestiegen. Zahlenmäßig bedeutet dies rund 100.000 Reisemobil-Registrierungen. Zum Stichtag 1. Januar 2017 wurden vom KBA in Flensburg 450.167 zugelassene Reisemobile gezählt, was im Vergleich zum Stichtag 2016 (417.297 Einheiten) fast 35.000 zusätzliche Registrierungen bedeutet. Die Zuwachsrate lag damit bei fast 8,0 Prozent. Die neuen Bundesländer wiesen am 1. Januar 2017 ein Plus von fast 11,9 Prozent auf, dies ist verglichen mit dem Vorjahresergebnis eine über dem Bundesdurchschnitt liegende Steigerungsrate. Die gestiegene Zahl an Reisemobil-Nutzern hat den Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD) in Zusammenarbeit mit dem DTV – Deutscher Tourismusverband e. V. – dazu bewogen, speziell das Angebot an Reisemobil-Stellplätzen zu prüfen und die Planungshilfe für Stellplatzerrichter zu überarbeiten. Damit soll sichergestellt werden, dass Kommunen und privaten Investoren eine Anleitungshilfe an die Hand gegeben wird. Der ungezügelten Nachfrage nach Reisemobilen sollte auch bei der Infrastruktur Rechnung getragen werden.

Reisemobil-Ausfuhr

Maßgeblich beeinflusst durch eine hervorragende Binnennachfrage aus Deutschland, wuchs der Reisemobilmarkt in Europa um 14,8 Prozent. Deutlich überproportionaler entwickelte sich der Export von deutschen Reisemobilen mit einer Steigerung um 25,0 Prozent. Besonders begehrt waren hierbei die Fahrzeuge in den skandinavischen Ländern: Fast 23 Prozent der deutschen Gesamtausfuhr waren für die Märkte Norwegen (3.000 Einheiten) und Schweden (3.500 Einheiten) bestimmt. Die größte Anzahl an Reisemobilen in ein einzelnes Land wird seit jeher nach Frankreich exportiert, im Jahr 2017 waren dies 4.600 Einheiten. Insgesamt wurden damit 29.300 Reisemobile ins Ausland exportiert.