Überblick

Die deutsche Freizeitfahrzeug-Industrie schreibt Rekordzahlen und blickt dank steigender Beliebtheit der Urlaubsform Caravaning optimistisch in die Zukunft.

Die Caravaningbranche in Deutschland erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,5 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Bestwert. Das entspricht einem ordentlichen Umsatzplus von 6,9 Prozent. Die Branche fuhr damit bereits das siebte Jahr in Folge ein neues Rekordergebnis ein. In dieser Zeit hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt.
Quelle: CIVD-Erhebung

Geringeres Produktionsvolumen lässt Umsatz mit Neufahrzeugen leicht sinken

Der Verkauf von Neufahrzeugen brachte der Branche den größten Umsatz ein. Mit 6,5 Milliarden Euro entwickelten sich die Erlöse um 0,9 Prozent leicht rückläufig gegenüber dem Bestwert aus 2019. Der Grund hierfür ist, dass die Corona-Pandemie das Produktionsniveau sinken ließ. Der Umsatz im Ausland ging um 6,2 Prozent zurück auf 2,5 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf neuer Reisemobile setzte die Branche insgesamt 5,6 Milliarden Euro um und übertraf damit leicht das Rekordniveau aus dem Vorjahr (plus 0,3 Prozent). Der Erlös aus dem Absatz neuer Caravans betrug 900 Millionen Euro – ein Minus von 11,3 Prozent.

Geschäft mit gebrauchten Freizeitfahrzeugen wächst stark

Der Markt für gebrauchte Freizeitfahrzeuge legte im vergangenen Jahr erneut stark zu. Entsprechend stieg der Umsatz mit Fahrzeugen aus zweiter Hand um herausragende 18,2 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 4,9 Milliarden Euro. Gebrauchte Caravans brachten 4,0 Prozent mehr Umsatz ein als 2019, Reisemobile gar 21,6 Prozent.

Quelle: CIVD-Erhebung

Zubehörgeschäft mit Rekordergebnis

Auch der dritte Geschäftsbereich der Branche, das Zubehörgeschäft, legte 2020 weiter zu. Der Umsatz stieg um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,1 Milliarden Euro. „Mit dem erneuten Rekordergebnis haben wir ein denkbar gutes Ergebnis im außergewöhnlichen Jahr 2020 erzielt“, zieht Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes e. V. (CIVD), zufrieden Bilanz. „Caravaning liegt im Trend wie kaum eine andere Urlaubsform. Wir sind optimistisch, dass wir die Produktion 2021 wieder erhöhen können und auch das Exportgeschäft wieder anzieht. Unter diesen Voraussetzungen winkt ein neuer Rekordumsatz von erstmals über 13 Milliarden Euro“, gibt Onggowinarso einen optimistischen Ausblick.

Exporte dürften wieder steigen

Was die Ausfuhren von Freizeitfahrzeugen angeht, mussten die Hersteller 2020 Einbußen hinnehmen. Doch die Mehrheit der Branche geht davon aus, dass künftig wieder mehr Fahrzeuge die Werke Richtung Ausland verlassen. Beim Exportgeschäft mit Caravans rechnen 55 Prozent der Unternehmen mit Zuwächsen in 2021. Knapp die Hälfte der Firmen erwartet Ausfuhren auf dem Niveau von 2020. Steigende Ausfuhren von Reisemobilen prognostizieren zwei Drittel der CIVD-Mitglieder. 33 Prozent kalkulieren mit einem gleichbleibenden Auslandsgeschäft. Dass weniger Fahrzeuge ausgeführt werden, wird also für keines der beiden Fahrzeugsegmente angenommen.