18.08.2021

Nachfrage nach Reisemobilen und Caravans weiter auf Rekordniveau

Auch 2021 heißt der Trendurlaub in Deutschland Caravaning. Die Neuzulassungen von Reisemobilen und Caravans stiegen seit Jahresbeginn um über 6 Prozent. Rund 75.000 Freizeitfahrzeuge wurden zwischen Januar und Juli in Deutschland neu zugelassen – mehr als je zuvor in diesem Zeitraum. Dem positiven Gesamttrend konnte auch ein rückläufiges Juli-Ergebnis nichts anhaben. Dieses ist primär durch Produktionsengpässe begründet.
Die Begeisterung deutscher Urlauber für Caravaning ist auch 2021 ungebrochen. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 74.957 Reisemobile und Caravans neu zugelassen – Rekord. Das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres, der ebenfalls einen neuen Bestwert erreicht hatte. Am positiven Gesamttrend in diesem Jahr änderte auch das rückläufige Juli-Ergebnis nichts. Im vergangenen Monat wurden insgesamt 12.118 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Damit sanken die Neuzulassungen um 24,8 Prozent im Vergleich zum Juli des letzten Jahres. Dies lag zum einen am extrem hohen Juli-Wert des Vorjahres, in dem es im Sommer nach dem ersten Lockdown einen starken Nachholeffekt (+85,6 Prozent) gegeben hatte. Vergleicht man die Neuzulassungen des vergangenen Monats mit dem Referenzwert von 2019, so steht in beiden Fahrzeugsegmenten ein deutliches Plus zu Buche. Zudem kämpft die Caravaningbranche aktuell mit Lieferschwierigkeiten, wie Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), ausführt: „Viele Komponenten und Rohstoffe sind aufgrund der Pandemie und stockender Lieferketten aktuell kaum verfügbar, sodass wir die weiterhin sehr hohe Nachfrage teilweise nicht bedienen können.“

Trotz Minus im Juli: Reisemobile auf dem Weg zum nächsten Rekord

Besonders hoch ist die Nachfrage nach wie vor nach Reisemobilen. Von Januar bis Juli wurden 57.400 Reisemobile neu zugelassen – mehr als je zuvor in diesem Zeitraum. Doch selbst das so erfolgsverwöhnte Fahrzeugsegment musste im Juli rückläufige Zahlen verzeichnen. Die Neuzulassungen fielen um 20,8 Prozent nachdem sie sich im Juli 2020 verdoppelt hatten. Der hohe Basiswert aus dem Vorjahresmonat verzerrt folglich das Marktbild. Hinzu kommen die angesprochenen Engpässe in der Produktion. 8.672 neu zugelassene Fahrzeuge sind dennoch der zweitbeste Juli-Wert der Geschichte und auch der Vergleich mit Juli 2019 fällt mit einem Plus von 58,1 Prozent mehr als deutlich aus. Die Neuzulassungen stiegen gegenüber den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres um 13,5 Prozent und befinden sich auf Kurs zum elften Rekordjahr in Folge.

Gehemmte Produktion – sinkende Caravan-Neuzulassungen trotz hoher Nachfrage

Noch stärker machen sich die Probleme in der Produktion bei Caravans bemerkbar. „Bei den Herstellern stehen hunderte Fahrzeuge, die praktisch fertig produziert sind, aber nicht ausgeliefert werden können, da ein bestimmtes Teil fehlt“, erklärt Onggowinarso. Seit Jahresbeginn sind die Neuzulassungen entsprechend um 12,1 Prozent auf 17.557 Einheiten gesunken. Im Juli wurden 3.446 Fahrzeuge neu zugelassen. Gegenüber dem Ausnahme-Juli 2020 bedeutet das einen Rückgang von 33,3 Prozent, der Vergleich mit Juli 2019 (3.196 Neuzulassungen) ist jedoch deutlich positiv. „Bei den Händlern ist von einem Rückgang der Nachfrage nach Caravans nichts zu spüren – im Gegenteil. Caravaning ist in diesen Zeiten eine der sichersten Urlaubsformen, da man mit einem Freizeitfahrzeug individuell und nur mit Personen des eigenen Haushaltes verreist und durch eigene Schlaf-, Wohn-, Koch- und Sanitärmöglichkeiten weitestgehend autark ist“, so Onggowinarso.

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