Caravan-Neuzulassungen

Politische und wirtschaftliche Veränderungen wie z. B. die Ölkrise 1973 und die Banken- und Finanzkrise in der zweiten Hälfte des Jahres 2008, ließen die Caravan-Neuzulassungen 2010 bis auf 15.608 Einheiten sinken. Es folgten unstetige Absatzentwicklungen in den Jahren 2011 bis 2013, die sich erstmals 2014 stabilisierten. Danach konnte eine kontinuierliche Markterholung beobachtet werden, die mit einer einstelligen Wachstumsrate einherging. Für 2017 wurden 22.702 Caravan-Neuzulassungen vom KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) in Flensburg ausgewiesen, was einem Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Vergleich zu 2010 mit 15.608 neu zugelassenen Caravans entsprachen diese 22.702 Zulassungen aus 2017 einer Steigerung von 45,5 Prozent. Damit befindet sich das heutige Zulassungsniveau ungefähr auf Höhe des Jahres 2006, d. h. auf dem Niveau vor der Finanzkrise. Diese erfreuliche Entwicklung wird sich auch 2018 fortsetzen, gemessen an den gefüllten Auftragsbüchern der Hersteller. Dementsprechend wurden Kapazitätserweiterungen in der Branche bereits durchgeführt.

Caravan-Produktion

Die Fertigung der deutschen Hersteller orientiert sich wie auch in anderen Branchen an der Inlandsnachfrage und den Exporterwartungen. Dementsprechend gibt es Jahre, in denen sich bei gegenläufiger Absatzentwicklung die Inlands- und Auslands-Absatzentwicklungen neutralisieren. Erfreulicherweise steigen seit 2014 die Caravan-Neuzulassungen in Deutschland und auch der europäische Caravanmarkt folgt diesem positiven Trend. Entsprechend mussten die Hersteller die Produktion hochfahren und fertigten in 2017 über 47.100 Caravans. Damit liegt die Steigerung im Vergleich zum Vorjahreswert (44.070 Einheiten) bei 6,8 Prozent. Besonders im ersten und zweiten Quartal 2017 musste die Produktion bedingt durch den allgemeinen Saisonstart zu Ostern um 11,5 Prozent gesteigert werden im Vergleich zum Vorjahreshalbzeitwert (23.327 Einheiten). Im zweiten Halbjahr 2017 lag der Produktionszuwachs nur noch bei rund 1,5 Prozent, was auch durch den rückläufigen Export bedingt war.

Caravan-Bestand

Die Caravan-Bestände blieben bis 2011 auf einem Zulassungsniveau von rund 560.000 Einheiten. Bis zu diesem Zeitpunkt glichen sich die Neuzulassungen und Löschungen aus, sodass hauptsächlich Ersatzinvestitionen getätigt wurden. Mit dem steigenden Interesse an der Urlaubsform Caravaning kamen neue Kunden als Neu- oder Quereinsteiger hinzu, wodurch sich die Bestände an Caravans immer schneller erhöhten. Die Zuwachsraten lagen zwischen 1,4 und 3,0 Prozent und erreichten zum Stichtag 1. Januar 2017 mit 634.183 registrierten Caravans eine Bestandserhöhung um 17.810 Fahrzeuge. Damit lag der Bestand am 1. Januar 2016 mit 616.373 Caravan-Zulassungen um 2,9 Prozent unter dem aktuellen Bestandswert 2017. Seit der Finanzkrise und deren Folgen für die Bestände 2009 (553.581 Caravans) ist bis heute eine Erhöhung von 14,6 Prozent zu verzeichnen,

Caravan-Ausfuhr

Während die europäischen Neuzulassungen der Caravans im abgelaufenen Jahr 2017 um 8,4 Prozent wuchsen, entwickelte sich der Export im erfolgsverwöhnten Caravaning-Umfeld nur leicht um 3,9 Prozent. Hauptgrund war der Fokus der Produktionskapazitäten auf den deutschen Heimatmarkt. Fast 50 Prozent der absoluten Zulassungssteigerung der Caravans in Europa im Jahr 2017 wurden durch Deutschland geschaffen. Wichtigste Exportpartner in Europa bleiben die Niederlande mit 6.000 Caravans, gefolgt von Frankreich (4.700 Einheiten) und Norwegen (2.000 Einheiten). Auch in Fernost wird Caravaning immer populärer. Der Großteil der asiatischen Nachfrage wird mittlerweile hauptsächlich durch Südkorea gestemmt. Mit über 1.100 exportierten Caravans im Jahr 2017 befindet man sich auf einem ähnlichen Exportniveau wie beispielsweise Dänemark. Unterstützt wird die positive Exportentwicklung in Südkorea dabei durch die 2018 stattfindende Olympiade in Pyeongchang.