Europäischer Markt

Caravaning liegt in ganz Europa voll im Trend und die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen steigen.

Der Trend zum Caravaning in Europa setzte sich auch im außergewöhnlichen Corona-Jahr 2020 fort. In den vergangenen zwölf Monaten wurden rund 235.000 Freizeitfahrzeuge in Europa neu zugelassen – das zweitbeste Ergebnis der Geschichte nach 1980. Die einzelnen nationalen Märkte entwickelten sich jedoch stark unterschiedlich. Auch zwischen den Fahrzeugsegmenten gab es große Unterschiede: Die Neuzulassungen von Reisemobilen wuchsen stark, die von Caravans sanken leicht. Die Branche blickt optimistisch auf 2021.

2020 zweitbestes Jahr für europäische Caravaningbranche

Für die europäische Caravaningindustrie war das außergewöhnliche Jahr 2020 das zweitbeste ihrer Geschichte. Insgesamt wurden in den vergangenen zwölf Monaten 234.843 Freizeitfahrzeuge in Europa neu zugelassen – ein Wert, der nur vor exakt 40 Jahren übertroffen wurde. Im Vergleich zu 2019 stiegen die Neuzulassungen um starke 11,6 Prozent. Möglich wurde diese positive Entwicklung vor allem durch das enorme Wachstum des größten europäischen Marktes, Deutschland. Dort schossen die Neuzulassungen um ein knappes Drittel in die Höhe und übertrafen erstmals die Marke von 100.000 Fahrzeugen. Auch in der Schweiz (7.842 Fahrzeuge), Belgien (6.582 Fahrzeuge) und Österreich (3.967 Fahrzeuge) wurden 2020 mehr Freizeitfahrzeuge neu zugelassen als jemals zuvor. Alle drei Länder hatten bereits 2019 Rekorde erreicht. Ebenfalls sehr positiv war die Entwicklung im Norden Europas: Der dänische Markt wuchs um 25,9 Prozent, der finnische um 13,7 Prozent und der schwedische um 2,5 Prozent. In Frankreich wurden mit einer Steigerung von 1,7 Prozent 32.041 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Der wichtige britische Markt schrumpfte aufgrund der geringeren Wirtschaftsleistung in Folge der Corona-Pandemie und des nun vollzogenen Brexits um 19,3 Prozent. Mit 27.134 neu zugelassenen Reisemobilen und Caravans ist er nun der drittgrößte Markt in Europa hinter Frankreich. Auch in Spanien, das hart von der Pandemie getroffen wurde und strenge Corona-Lockdowns verhängte, gingen die Neuzulassungen auf 7.837 Fahrzeuge zurück (minus 4,4 Prozent). Überraschend positiv war die Entwicklung in Italien, das den heftigen Corona-Einbruch Anfang 2020 im Laufe des Jahres aufholen konnte und mit einem Plus von 3,9 Prozent abschloss.

Trotz oder wegen Corona: Rekord bei Reisemobilneuzulassungen

Quelle: CIVD-Auswertung ECF-Mitgliedermeldungen, Schätzungen, gerundet
Außerordentlich erfolgreich war im vergangenen Jahr erneut das Reisemobilsegment, welches – trotz oder wegen Corona – um starke 20,1 Prozent wuchs und einen neuen Höchststand erreichte. 159.082 Neuzulassungen bedeuten bereits das fünfte Rekordjahr in Serie und stellen eine Verdopplung zu 2010 dar. In fast allen europäischen Ländern stiegen die Reisemobilneuzulassungen. Neue Rekorde erzielten neben Deutschland, dem mit 78.055 Reisemobilen größten europäischen Markt, Belgien (5.437 Fahrzeuge), die Niederlande (2.449) und Österreich (2.969). Auch in Frankreich (24.961), dem zweitgrößten Markt, Italien (6.527), der Schweiz (6.351) und Dänemark (1.298) stiegen die Neuzulassungen. Einzig die negative Entwicklung auf dem wichtigen britischen Markt (minus 20,8 Prozent), Schweden (4.011 Fahrzeuge) und Norwegen (3.384) trübte das fantastische gesamteuropäische Ergebnis ein wenig.

Europa: Reisemobil-Neuzulassungen

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Land 2019 2020 Veränderung %
Quelle: CIVD-Auswertung der ECF-Mitgliedermeldungen

 

Nachfrage nach Caravans in Europa leicht gesunken

Quelle: CIVD-Auswertung ECF-Mitgliedermeldungen, Schätzungen, gerundet
Beim Caravanabsatz ist das Ergebnis mit 75.761 Neuzulassungen und trotz eines erwartbaren Minus von 2,9 Prozent insgesamt zufriedenstellend. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich ein gemischtes Fazit, angesichts der schwierigen Situation in Bezug auf die Pandemie und die Wirtschaft in einigen Ländern ist dies jedoch wenig verwunderlich. Im Vereinigten Königreich, dem zweitgrößten Markt, sanken die Caravanneuzulassungen um 18,0 Prozent auf 14.977 Fahrzeuge. Hier dürfte auch der inzwischen vollzogene Brexit und dessen wirtschaftliche Folgen eine Rolle spielen. Auch Frankreich, der mit 7.080 Caravans drittgrößte Markt, und die Nummer vier, die Niederlade (6.948 Fahrzeuge), entwickelten sich rückläufig. Die gesamteuropäische Bilanz wird vor allem von Deutschland (29.148 Fahrzeuge), dem größten Markt, und den Zuwächsen in den mittelgroßen nordischen Märkten Schweden (plus 9,7 Prozent), Dänemark (plus 12,7 Prozent) und Finnland (plus 11,1 Prozent) aufpoliert.

Europa: Caravan-Neuzulassungen

wdt_ID Land 2019 2020 Veränderung %
Land 2019 2020 Veränderung %
Quelle: CIVD-Auswertung der ECF-Mitgliedermeldungen

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