Überblick

 

Trotz der unruhigen politischen Situation in vielen Teilender Welt war 2016 ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft. Angesichts niedriger Zinsen, geringer Inflation und der guten Lage am Arbeitsmarkt gaben die deutschen Bürger, Unternehmen und die öffentliche Hand bereitwillig Geld aus. So ließ der inländische Konsum das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent wachsen.

Auch bei den europäischen Nachbarn legte der Konsum wegen der Niedrigzinspolitik der EZB zu. Diese günstigen Rahmenbedingungen, gepaart mit der Attraktivität der Urlaubsform, haben dafür gesorgt, dass ein Rekordumsatz von 8,74 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde. Das bedeutet ein Plus von starken 15,4 Prozent.

Die Reisemobilneuzulassungen schlossen das sechste Jahr in Folge mit einem Rekord ab. 35.135 neu angemeldete Fahrzeuge bedeuten ein beeindruckendes Plus von 23,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Comeback des Caravans setzte sich ebenfalls fort. So stiegen die Neuzulassungen um 5,1 Prozent auf 19.748 Einheiten. Das positive Inlandsgeschäft und der erneut gestiegene Export deutscher Freizeitfahrzeuge (+13,6 Prozent) führten zu einer Produktionssteigerung um 19,2 Prozent.

Die Hersteller setzten mit Neufahrzeugen den Allzeit-Bestwert von 4,80 Milliarden Euro um – eine Steigerung um 19,3 Prozent gegenüber 2015. Besonders gut lief erneut das Geschäft mit Reisemobilen, das um beeindruckende 19,5 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro zu legte. Im Caravan-Segment stehen ein Plus von 18,5 Prozent und 0,86 Milliarden Euro in den Büchern. Der Absatz von Gebrauchtfahrzeugen entwickelte sich ebenfalls positiv. Der Fachhandel setzte mit Reisemobilen und Caravans aus zweiter Hand 3,14 Milliarden Euro um und erwirtschaftete ein Plus von 10,7 Prozent. Das Zubehörgeschäft zeigte sich erneut stark und verbuchte mit einem Zuwachs von 12,5 Prozent einen Umsatz von 0,81 Milliarden Euro – auch dies ein neuer Bestwert.

 

Ausblick

 

Die deutsche Wirtschaft wird ihren 2013 begonnenen robusten Wachstumskurs nach Expertenmeinungen auch 2017 fortsetzen. Das ifo Institut rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent. Das Wachstum des BIP läge demnach nur aufgrund einer geringeren Anzahl an Arbeitstagen unter dem Wert von 2016 (1,9 Prozent). Die Bundesbank prognostiziert gar einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. Die Risiken, mit denen die Prognosen behaftet sind, sind in diesem Jahr außerordentlich hoch. Durch den „Brexit“ und die US-Präsidentenwahl hat sich die globale politische Lage stark verändert, was weitreichende und ungewisse Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben könnte.

Gute Arbeitsmarktdaten, niedrige Zinsen und eine geringe Inflation werden 2017 weiterhin den Konsum in Deutschland befeuern. So wird die Binnennachfrage auch in diesem Jahr die tragende Säule des prognostizierten Wachstums sein. Auf Europa bezogen rechnen die Experten in den ersten beiden Quartalen 2017 mit einem moderaten Wachstum, nachdem die Wirtschaft in der Eurozone bereits im letzten Quartal 2016 um 0,4 Prozent gewachsen war. Der größte Impulsgeber ist auch hier der private und öffentliche Konsum. Angesichts der günstigen Finanzierungsbedingungen dürften zudem die Investitionen der Unternehmen steigen. Durch die weltweite wirtschaftliche Erholung wird außerdem aller Voraussicht nach die externe Nachfrage zunehmen.

Die deutsche Caravaningindustrie blickt optimistisch auf 2017, wie eine Befragung der CIVD-Mitglieder ergab. Bei den Reisemobilproduzenten erwarten 88 Prozent steigende Absätze und 12 Prozent prognostizieren, dass erneut das außerordentliche Niveau des Erfolgsjahres 2016 erreicht werden kann. Für das Caravan-Segment rechnen 80 Prozent der Befragten mit steigenden Absätzen, 20 Prozent gehen von einem Ergebnis wie auf dem sehr hohen Vorjahresniveau aus. Kein Hersteller erwartet also eine negative Entwicklung.

Zuwächse erwarten die CIVD-Mitglieder auch beim Export. Bei den Reisemobilen sehen 87 Prozent weiteres Wachstum und 13 Prozent prognostizieren, dass der fantastische Wert des Jahres 2016 stabil bleibt. Deutliche 73 Prozent der Produzenten von Caravans rechnen mit wachsenden Exportzahlen. 27 Prozent sehen die Entwicklung auf dem starken Niveau von 2016. Somit rechnet kein Mitglied mit einer sinkenden Nachfrage aus dem Ausland.