Überblick

Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft so stark gewachsen wie seit vier Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt vermeldete für 2015 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 Prozent. Garant für diesen Zuwachs war in erster Linie die Konsumfreude der Verbraucher, welche die deutsche Wirtschaft angekurbelt hat. Zusätzlich trugen deutlich erhöhte staatliche Ausgaben zu der positiven Konjunkturlage bei. Der deutsche Arbeitsmarkt profitierte von der guten Wirtschaftslage und 2015 gab es erstmals mehr als 43 Millionen Beschäftigte. Diese positiven Rahmenbedingungen bildeten das Fundament für die herausragende Entwicklung der deutschen Caravaningindustrie, die 2015 erneut einen Rekordumsatz erzielte. So wurde der Absatz mit Neufahrzeugen, Gebrauchtfahrzeugen und Fahrzeugzubehör um 14,4 Prozent auf einen neuen Bestwert von insgesamt 7,57 Milliarden Euro getragen. Die Hersteller von Reisemobilen und Caravans verzeichneten mit einer Steigerung um 23,7 Prozent einen neuen Höchstwert von 4,02 Milliarden Euro beim Neufahrzeuggeschäft. Die Freizeitfahrzeugneuzulassungen erzielten mit einem Zuwachs von 9,8 Prozent auf 47.143 Fahrzeuge das beste Ergebnis seit über 20 Jahren. Mit einem Anstieg um 10,1 Prozent auf 28.348 neu angemeldete Fahrzeuge schlossen die Reisemobilneuzulassungen 2015 mit dem fünften Rekordwert in Folge. Das fulminante Comeback des Caravans im vergangenen Jahr bestätigte die Zahl der Neuzulassungen, die zwischen Januar und Dezember 2015 um 9,3 Prozent auf 18.795 neu registrierte Caravans gestiegen ist. Dieses positive Inlandsgeschäft und auch der erhöhte Export (+7,7 Prozent) führten zu einer Steigerung der Produktion um +9,3 Prozent.

 

Auch gebrauchte Caravans und Reisemobile sind weiterhin sehr gefragt und so entwickelte sich im vergangenen Jahr der Absatz von Gebrauchtfahrzeugen positiv. Der Markt für Reisemobile und Caravans aus zweiter Hand setzte insgesamt 2,83 Milliarden Euro um und erwirtschaftete damit ein Plus von 3,5 Prozent. Auch das Zubehörgeschäft zeigte sich stark und verbuchte mit einem Zuwachs von 13,8 Prozent einen Umsatz von 0,72 Milliarden Euro – ebenfalls ein Rekordergebnis.

Ausblick

Nach Experteneinschätzungen wird die deutsche Wirtschaft trotz vieler Herausforderungen und Unsicherheiten 2016 weiterhin auf Wachstumskurs bleiben. Demnach prognostizieren das Münchner ifo Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein Wirtschaftswachstum von 1,9 beziehungsweise 1,6 Prozent. Die EU-Kommission und die Bundesbank sehen ebenfalls eine Entwicklung auf diesem Niveau und rechnen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,8 Prozent.

Auch 2016 wird der inländische Konsum tragende Säule des Konjunkturanstiegs in Deutschland sein. Die Rekorderwerbstätigkeit bedeutet Rückenwind für die Binnenwirtschaft und lässt die Löhne steigen. Darüber hinaus helfen die günstigen Kraftstoffpreise und die niedrigen Zinsen, das Konsumklima auf einem hohen Level zu halten. Als Folge dessen herrscht für 2016 trotz Risiken wie den internationalen Krisen oder der Konjunkturabkühlung in China in der deutschen Wirtschaft Optimismus vor.

Diese positive Stimmung ist auch in der Caravaningindustrie zu spüren. Mit 95,0 Prozent der befragten CIVD-Mitglieder rechnen nahezu alle Produzenten von Reisemobilen mit einem steigenden Absatz, 5,0 Prozent sehen hier einer stabilen Entwicklung entgegen. Außerordentlich zuversichtlich ist auch die heraus-ragende Mehrheit der Unternehmen hinsichtlich des Caravanabsatzes in Deutschland: 84,0 Prozent der Befragten rechnen mit einer Steigerung der Verkaufszahlen und 8,0 Prozent setzen auf eine stabile Entwicklung.

Positiv sind auch die Erwartungen an das Exportgeschäft in 2016. Deutliche 95,0 Prozent der CIVD-

Mitglieder rechnen mit einer wachsenden Reisemobilausfuhr und 5,0 Prozent der Hersteller sehen die Nachfrage auf dem Niveau von 2015. Auch vom Caravanexport erwarten die Befragten positive Impulse: 91,0 Prozent prognostizieren eine gesteigerte Ausfuhr und 9,0 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus.