Überblick

Die deutsche Wirtschaft wuchs 2017 kräftig: Das Bruttoinlandsprodukt lag 2,2 Prozent über dem Vorjahr. Obwohl die Exporte anzogen, kamen die größten Impulse erneut aus dem Inland. Private und staatliche Konsumausgaben stiegen ebenso wie die Investitionen der Unternehmen. Hauptgründe sind günstige Zinsen und niedrige Inflation. Diese Faktoren kamen auch den übrigen Volkswirtschaften der Eurozone zugute, die um 2,4 Prozent wuchsen. Getragen von dieser Entwicklung brach die deutsche Caravaning-Industrie 2017 alle Rekorde:

1. Nie wurden mehr Freizeitfahrzeuge neu zugelassen

Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen stiegen im vierten Wachstumsjahr in Folge um 15,3 Prozent auf 63.264 Einheiten. Die Reisemobil-Neuzulassungen schlossen das siebte Jahr in Folge mit einem neuen Rekord ab und die Neuzulassungen von Caravans erzielten das beste Ergebnis seit 16 Jahren.

2. Nie wurden mehr Einheiten produziert

Die Rekordnachfrage im Inland und der erneut zweistellig gestiegene Export deutscher Freizeitfahrzeuge (+10,1 Prozent) führten zu einer Steigerung der Produktion um 15,4 Prozent auf 117.088.

3. Nie wurde ein höherer Umsatz erzielt

10,3 Milliarden Euro bedeuten eine herausragende Steigerung von 17,8 Prozent. Seit 2009, als die Caravaning-Industrie wegen der Wirtschaftskrise eines ihrer schwierigsten Jahre erlebte, hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt. Das Geschäft mit Neufahrzeugen, das um imposante 22,8 Prozent zulegte, brachte 5,92 Milliarden Euro Umsatz ein – ein Rekord. Der Umsatz mit Reisemobilen stieg um beeindruckende 25,5 Prozent auf 4,97 Milliarden Euro. Das Caravan-Segment erzielte mit 0,95 Milliarden Euro ein Plus von 10,0 Prozent. Auch der Markt für Gebrauchtfahrzeuge wuchs erneut, der Handel setzte hier 3,56 Milliarden Euro um (+13,2 Prozent). Zum Rekordumsatz trug auch das Zubehörgeschäft mit 0,86 Milliarden Euro bei (+5,6 Prozent).

Entwicklung der Zulassungen in Deutschland

Laut Experten stehen die Zeichen für die deutsche Wirtschaft auch 2018 auf Wachstum. So prognostiziert das ifo Institut für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um satte 2,6 Prozent. Die Bundesbank rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. In der Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft bewertet die große Mehrheit der Unternehmen die derzeitige Lage besser als vor einem Jahr. Getragen wird der Boom vor allem von steigenden Exporten und einer robusten Binnennachfrage. Die Zahl der Beschäftigten steigt kontinuierlich, auch die Löhne klettern und da Inflation und Zinsen niedrig bleiben, legt der Konsum weiter zu. Laut GfK steigt die Pro-Kopf-Kaufkraft für Konsumausgaben in diesem Jahr bundesweit um 2,8 Prozent. Außerordentlich optimistisch blickt die deutsche Caravaning-Branche folglich auf das Jahr 2018. 90 Prozent der Mitglieder des CIVD gaben in einer Befragung an, im Caravan-Segment mit steigenden Absätzen zu rechnen. 

Beim Reisemobil-Absatz erwarten 88 Prozent der Unternehmen weitere Zuwächse. Auch die europäische Wirtschaft dürfte 2018 deutlich zulegen. Die EZB prognostiziert für die Eurozone ein Wachstum von 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Europa sinkt, Exporte und die europäische Binnennachfrage steigen. Dieser kräftige Aufschwung steht auf vergleichsweise breiten Füßen, da er nahezu alle Länder und Sektoren erfasst hat. Die Caravaning-Branche rechnet daher mit einem weiter steigenden Exportgeschäft in diesem Jahr. Mit 91 Prozent erwartet die überwältigende Mehrheit der Caravan-Hersteller eine weiter wachsende Nachfrage aus dem Ausland. Für den Export von Reisemobilen sagen 78 Prozent der CIVD-Mitglieder eine Fortsetzung des Wachstumskurses voraus.