Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Anlässlich der Landtagswahl hat der CIVD die im Landtag vertretenen demokratischen Parteien befragt.

Caravaning ist in Baden-Württemberg zugleich bedeutender Industriestandort und wachsender Tourismusfaktor. Entsprechend relevant sind die landespolitischen Weichenstellungen für die weitere Entwicklung der Branche.

Mit den Wahlprüfsteinen schaffen wir Transparenz und machen die Positionen der Parteien vergleichbar.

Im Mittelpunkt standen die Rolle des Caravanings als Industrie- und Tourismusfaktor, der Ausbau der Infrastruktur, die Unterstützung der Kommunen, Genehmigungsverfahren, nachhaltige Angebote sowie mobilitätspolitische Rahmenbedingungen.

 

Wahlprüfsteine

Folgende Fragen haben wir den Parteien gestellt:

1. Caravaning als strategisches Landesthema

Welche Bedeutung misst Ihre Partei dem Caravaning als Industrie- und Tourismusbereich in Baden-Württemberg bei, und welche Rolle soll diese Doppelperspektive in der kommenden Legislaturperiode spielen?

2. Industriestandort und Wertschöpfung

Welche politischen Schwerpunkte setzt Ihre Partei, um Baden-Württemberg als führenden Standort der Caravaning-Industrie und ihrer Zulieferer zu sichern und weiterzuentwickeln (z. B. Fachkräfte, Innovation, Transformation)?

3. Stellplatz- und Campinginfrastruktur

Wie positioniert sich Ihre Partei zur Entwicklung einer landesweiten Strategie für den Ausbau von Reisemobilstellplätzen und Versorgungsstationen, um Nachfrage, Besucherlenkung und regionale Wertschöpfung besser zu steuern?

4. Ländliche Räume und touristische Entwicklung

Welche Rolle soll der Caravaning-Tourismus nach Auffassung Ihrer Partei für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher und touristisch weniger erschlossener Regionen in Baden-Württemberg spielen?

5. Genehmigungen und Kommunen

Welche Schritte hält Ihre Partei für sinnvoll, um Genehmigungsverfahren für Stellplatz- und Campingprojekte zu vereinfachen und Kommunen bei der Umsetzung zu unterstützen?

6. Nachhaltige, klimafreundliche Infrastruktur

Wie will Ihre Partei den Ausbau klimafreundlicher Stellplatz- und Campinginfrastruktur (z. B. Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, ressourcenschonende Entsorgung, digitale Steuerung) politisch flankieren?

7. EU-Führerscheinrichtlinie

Wie positioniert sich Ihre Partei zur Umsetzung der EU-Führerscheinrichtlinie in nationales Recht, insbesondere im Hinblick auf eine zügige, schlanke und nutzerfreundliche Ausgestaltung sowie die Anhebung der zulässigen Gesamtmasse für Wohnmobile beim Führerschein der Klasse B auf 4,25 Tonnen?

 

Auswertung

Die eingegangenen Antworten zeigen: Caravaning wird parteiübergreifend als relevanter Wirtschafts- und Tourismusbereich wahrgenommen. Breite Zustimmung besteht zum grundsätzlichen Ausbau von Stellplatz- und Campinginfrastruktur sowie bei der Stärkung ländlicher Räume. Einigkeit herrscht zudem darüber, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und Kommunen stärker zu unterstützen. Die Anhebung der zulässigen Gesamtmasse für Wohnmobile auf 4,25 Tonnen im Rahmen der neuen EU-Führerscheinrichtlinie wird grundsätzlich positiv bewertet. Auch wenn die Umsetzung in nationales Recht keine originäre Länderzuständigkeit ist, hat das Thema für Baden-Württemberg als führenden Industriestandort und bedeutende Caravaning-Destination besondere Relevanz. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Frage, wie stark das Land steuernd eingreifen oder eher koordinierend und unterstützend wirken sollte.

1. Strategische Bedeutung des Caravanings

Alle Parteien messen dem Caravaning eine hohe wirtschaftliche und touristische Bedeutung bei. Die Doppelrolle als Industriestandort und Tourismusfaktor wird durchgängig anerkannt.

2. Industriestandort und Wertschöpfung

Schwerpunkte liegen parteiübergreifend auf Fachkräftesicherung, Innovationsförderung und Bürokratieabbau. Unterschiede bestehen im Umfang staatlicher Förderinstrumente und regulatorischer Reformen.

3. Stellplatz- und Campinginfrastruktur

Ein Ausbau wird von allen Parteien grundsätzlich befürwortet. Während einige eine landesweit koordinierte Strategie betonen, stellen andere stärker auf kommunale Eigenverantwortung und Anreizmodelle ab.

4. Ländliche Räume

Caravaning wird übereinstimmend als Chance für dezentrale Wertschöpfung und wirtschaftliche Impulse in strukturschwächeren Regionen bewertet.

5. Genehmigungsverfahren

Alle Parteien sprechen sich für Beschleunigung, Digitalisierung und Entbürokratisierung aus. Die Ansätze reichen von Verwaltungsmodernisierung bis hin zu strukturellen Reformen.

6. Nachhaltige Infrastruktur

Klimafreundliche Infrastruktur wird parteiübergreifend als relevant anerkannt. Unterschiede zeigen sich in der Intensität staatlicher Förder- und Steuerungsansätze.

7. EU-Führerscheinrichtlinie

Die Anhebung auf 4,25 Tonnen wird parteiübergreifend positiv bewertet. Alle Parteien sprechen sich für eine zügige und praxisnahe Umsetzung aus.

 

Antworten der Parteien im Wortlaut

Bündnis 90/Die Grünen

CDU

FDP

SPD

Unser Aufruf

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg bietet die Möglichkeit, über die zukünftige wirtschafts- und tourismuspolitische Ausrichtung des Landes mitzuentscheiden.

Der CIVD ruft alle Wahlberechtigten auf: Nutzen Sie Ihr Wahlrecht und gehen Sie zur Wahl.

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