Der Caravaning-Markt in Zahlen

Man kommt dieser Tage nicht daran vorbei, über Wahlen zu sprechen. Im Juni 2016 überraschten zunächst die Briten mit einem „Ja“ zum Brexit. Zwar spielt der britische Markt für die deutsche Caravaningindustrie eine untergeordnete Rolle, aber es ist ungewiss, wie der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU die Wirtschaft in Europa insgesamt beeinflussen wird.

Gleiches gilt für die USA. Im November überraschte auch hier das Votum der Wähler und machte Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt. Im Wahlkampf wurde mehr über die polarisierende Persönlichkeit und scharfe Rhetorik des neuen Präsidenten gesprochen als über politische Inhalte. Es bleibt abzuwarten, was von seinen kontroversen Tweets und markigen Äußerungen tatsächlich umgesetzt wird. Aber allein die Überlegung,deutsche Automobile mit einer Einfuhrsteuer zu belasten, zeigt deutlich, welche enormen Risiken für die deutsche Industrie in einer protektionistischen Politik der größten Volkswirtschaft der Welt lägen.

Auch auf dem Kontinent stehen richtungsweisende Wahlen an, insbesondere in Frankreich, dem wichtigsten Exportmarkt der deutschen Caravaningbranche. Marine Le Pen, Kandidatin des Front National, hat für den Fall ihrer Wahl zur Präsidentin ein Referendum über die Zugehörigkeit Frankreichs zur EU angekündigt– Ausgang ungewiss. Auch in Deutschland ist angesichts des aufgeheizten politischen Klimas mit einem verschärften Wahlkampf zu rechnen. Das mag die Parteien zu teuren Wahlversprechen verleiten.Diese müssten durch Erhöhungen der Steuern und/oder Sozialabgaben finanziert werden, was die Binnennachfrage sowie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen senken würde.

Den unruhigen Zeiten zum Trotz sind Konjunktur und Konsumklima in Deutschland weiter positiv. Dazu tragen die erneut guten Exportergebnisse, das weiterhin niedrige Zinsniveau sowie die gute Beschäftigungslage bei.Getragen von dieser Entwicklung war 2016 für die Caravaningbranche ein Jahr voller Rekorde. Die Neuzulassungen in beiden Fahrzeugsegmenten, der Markt für Gebrauchtfahrzeuge, das Zubehörgeschäft, die Vermietung, Export und Umsatz – überall wurden beeindruckende Pluszahlen erzielt. Die Auftragsbücher der Hersteller sind voll und so wird sich das Wachstum der Branche trotz lauernder Gefahren zunächst weiter fortsetzen.

Am 1. März dieses Jahres hat mit Daniel Onggowinarso ein ausgewiesener Caravaning-Experte die Geschäftsführung des Caravaning Industrie Verbandes e. V. übernommen. Er folgt auf Hans-Karl Sternberg, der im September 2016 völlig unerwartet verstorben war. Inden fast 25 Jahren, in denen Hans-Karl Sternberg mit großem Engagement und Sachverstand die Geschicke des Verbandes leitete, vertrat er erfolgreich die Interessen der gesamten Branche. Mit ihm hat uns eine herausragende Persönlichkeit verlassen. Der CIVD wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Dipl.-Kaufmann
Ralf Daelen
Leiter Wirtschaft, Statistik und
zentrale Angelegenheiten

Regina Vischer
Statistik, Adressverwaltung

Sabine Messinger
Statistik, Adressverwaltung