EU-Typgenehmigung

Die Genehmigung von Reisemobilen und Caravans basiert auf der Rahmenrichtlinie 2007/46/EG zur EU-Typgenehmigung. Während die EU-weit einheitliche Genehmigung zunächst nur für Pkw möglich war, konnten bereits seit Ende 1998 auf freiwilliger Basis auch Reisemobile nach EU-weiten Vorschriften genehmigt werden. Seit Oktober 2012 müssen Reisemobile nach den Bestimmungen der EU-Typgenehmigung zugelassen werden, Caravans seit Oktober 2014. Die deutschen Hersteller haben aufgrund ihrer auch im Ausland sehr beliebten Produkte bereits seit 1999 EG-typgenehmigte Fahrzeuge vertrieben. Denn es gilt: Einmal EU-typgenehmigt, sind Caravans und Reisemobile ohne weitere Prüfungen innerhalb der EU zulassungsfähig. Im Jahr 2017 fanden über 40 Prozent der deutschen Reisemobil- und Caravan-Produktion ihre Käufer im Ausland. Die Zuständigkeit und die Vorgaben zur Marktüberwachung werden seit Anfang 2016 auf EU-Ebene neu geregelt. Die Europäische Union betrieb die umfassende Reform des EU-Typgenehmigungssystems, deren Kern die weitere europäische Harmonisierung der Typprüfung sowie der Ausbau der Marktüberwachung war. Die Veröffentlichung der neuen Rahmenverordnung ist für das Jahr 2018 geplant, gelten sollen die neuen Regelungen voraussichtlich ab dem 1. September 2020, die durch weitere 25 delegierte Rechtsakte noch weiter spezifiziert werden müssen. Es ist vorgesehen, dass neue Fahrzeugtypen ab 2022 nach der neuen Rahmenverordnung genehmigt werden müssen. Im Rahmen der Marktüberwachung sollen Fahrzeuge, die bereits auf dem Markt verfügbar sind, durch die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission stichprobenartig überprüft werden können. Weiter wird die Aufsicht über das Typgenehmigungsverfahren durch die Kommission erhöht, da diese zukünftig regelmäßige Überprüfungen und einen Informationsaustausch hierzu einführen kann. Der für Reisemobile und Caravans wichtige Anhang XI wird auch in die neue Rahmenverordnung inhaltlich unverändert, lediglich an anderer Stelle, übernommen. Als sogenannte „Fahrzeuge besonderer Zweckbestimmung“ sind Reisemobile und Caravans teilweise von Einzelvorschriften ausgenommen. So gehören Reisemobile ebenso wie Pkw der Fahrzeugkategorie M1 an, sind aber durch ihre besondere Zweckbestimmung von einigen Vorschriften befreit. In der Regel sind Reisemobile auf Lkw-Nutzfahrzeugchassis aufgebaut und können daher die Pkw-M1-Vorschriften wie z. B. hinsichtlich Emissionen nicht in vollem Umfang erfüllen. Der CIVD wird nach Veröffentlichung des finalen Verordnungstexts die bewährten Informationsveranstaltungen für seine Mitglieder durchführen.