EU-Typgenehmigung

Die Genehmigung von Reisemobilen und Caravans basiert auf der Rahmenrichtlinie 2007/46/EG zur EU-Typgenehmigung. Während die EU-weit einheitliche Genehmigung zunächst nur für Pkw möglich war, konnten bereits seit Ende 1998 auf freiwilliger Basis auch Reisemobile nach EU-weiten Vorschriften genehmigt werden. Seit Oktober 2012 müssen Reisemobile nach den Bestimmungen der EU-Typgenehmigung zugelassen werden, Caravans seit Oktober 2014.
Reisemobile sind ebenso wie Caravans als sogenannte „Fahrzeuge besonderer Zweckbestimmung“ durch den Anhang XI der Rahmenrichtlinie von einigen Einzelvorschriften ausgenommen. So gehören Reisemobile ebenso wie Pkw der Fahrzeugkategorie M1 an, sind aber durch ihre besondere Zweckbestimmung von einigen Vorschriften befreit. In der Regel sind Reisemobile auf Lkw-Nutzfahrzeugchassis aufgebaut und können daher die Pkw-M1-Vorschriften wie z. B. hinsichtlich Emissionen nicht in vollem Umfang erfüllen.
Die Europäische Union treibt eine umfassende Reform des EU-Typgenehmigungssystems voran, das gegenwärtig in der EU-Rahmenrichtlinie für die Typgenehmigung geregelt ist. Der gesamte Prozess wird überprüft und erweitert. Die EU will die Handhabung der Typprüfung europaweit noch mehr harmonisieren und die Marktüberwachung stärken. Das umfangreiche Maßnahmenpaket soll Manipulationen verhindern. So sind z. B. die Offenlegung der Motorsoftware gegenüber der Typgenehmigungsbehörde, die Rotation der Technischen Prüfdienste bei den Herstellern und staatliche Prüfstände zu Nachprüfungen der Abgasemissionen berücksichtigt.
Auf europäischer Ebene will die EU-Kommission selbst eine Marktüberwachung etablieren. Gleichzeitig sollen nationale Genehmigungsbehörden die Möglichkeit bekommen, Nachprüfungen einzuleiten, wenn Verdacht auf falsche Messergebnisse eines Herstellers besteht.
Der Kommissionsvorschlag sieht darüber hinaus vor, dass Typgenehmigungen in bestimmten Abständen überprüft und wenn notwendig stillgelegt werden. Weiter sollen auslaufende Serien nur noch in einem Mitgliedstaat aber dafür mit Gültigkeit für die gesamte EU beantragt werden. Die Typgenehmigung für das Gesamtfahrzeug, für Systeme und Teile soll auf fünf Jahre begrenzt werden.
Verbrauchs- und Emissionsmessungen werden bei Reisemobilen bisher durch das Basisfahrzeug abgedeckt. Ergänzt wird die Labormessung künftig durch den sogenannten RDE-Test (Real Driving Emissions), mit dem die Schadstoffemissionen bei Fahrzeugen erstmals direkt auf der Straße gemessen werden. Die Umsetzung der RDE auf mehrstufig gefertigte Reisemobile ist aktuell in der Diskussion. Nach Auffassung des CIVD muss für die weit überwiegend klein- und mittelständisch geprägten Reisemobilhersteller der künftige Prüfaufwand angemessen sein.