

Caravaning ist derzeit in Deutschland so beliebt wie nie zuvor. Das belegen die Ergebnisse der Reiseanalyse 2011 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, FUR. Camping, Reisemobil und Caravan hatten laut der zu Jahresbeginn 2011 durchgeführten Befragung im Jahr 2010 einen Anteil von 6 Prozent an allen Urlaubsreisen der Deutschen. Das entspricht einer Gesamtzahl von 4,17 Millionen Reisen. Stark gewachsen ist besonders das Interesse an Caravaning: 25 Prozent der Befragten der Reiseanalyse 2011 können sich vorstellen, in den nächsten drei Jahren einen Camping-, Reisemobil- oder Caravan-Urlaub zu machen. Das entspricht einem Potenzial von über 17 Millionen Personen. 11,5 Millionen davon interessieren sich für einen Urlaub mit Caravan und Reisemobil. Verglichen mit dem Jahr 2002 hat sich die Zahl der Interessenten für Caravaning-Urlaub nahezu verdoppelt.
Dies liegt vor allem an drei Megatrends, die der Freizeitform Caravaning unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung zugute kommen. Einen der jüngsten Megatrends bezeichnet das Zukunftsinstitut in Kelkheim bei Frankfurt als „Neo-Ökologie“. Im Zusammenspiel mit dem Wertewandel von der hedonistischen Wohlstands-Spaßgesellschaft zu einer Wohlfühl-Gesellschaft führt der Megatrend Neo-Ökologie zu einer großen Natursehnsucht und damit einem Aufschwung naturnaher Urlaubsformen wie Caravaning. Besonders gefragt sind dabei Aktivitäten in der Natur am Urlaubsort, aber auch Campingplätze, die sich den Nachhaltigkeitsgedanken zu eigen gemacht haben (Eco Camping). Caravaning ist seit jeher eine flexible Ausgangsbasis für alle Aktivitäten in der Natur und profitiert daher von dieser Entwicklung.
Immer mehr Urlaube stehen im Zeichen des zweiten Megatrends „Individualität“. Urlauber jedes Alters möchten immer weniger Sehenswürdigkeiten sammeln, sondern mit dem Gefühl nach Hause kommen, etwas Einzigartiges erlebt zu haben und eine ganz persönliche Geschichte und Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Hauptmotivation für Caravaning-Urlaub ist ebenfalls der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit sowie der Möglichkeit, im ganz eigenen Rhythmus zu reisen und den Urlaub flexibel und individuell zu gestalten. Durch seine Vielseitigkeit ist Caravaning in der Lage, in idealer Weise dem wachsenden Wunsch nach Selbstbestimmtheit zu entsprechen.
Auch der Megatrend „Gesundheit“, der dazu führt, dass immer mehr Menschen sich aktiv und ganzheitlich um ihre körperliche, geistige und soziale Gesundheit kümmern und deshalb Bewegung und Ausgleich suchen, spielt eine Rolle. Entschleunigung und Aktivitäten im Einklang mit der Natur wie Rad- oder Kajak-Touren, Wanderungen oder Lernbauernhöfe, die das Umweltbewusstsein von Kindern fördern, stehen daher bei Urlaubern hoch im Kurs. Auch in diesem Punkt erlaubt es die Vielseitigkeit des Caravaning jedem Urlauber, die schönsten Wochen des Jahres mit den für ihn persönlich wichtigen Inhalten zu gestalten.
Caravaning punktet folglich, unterstützt von den großen Megatrends, durch die einzigartige Verknüpfung von Freiheit, Individualität, Naturnähe, Umweltverträglichkeit, Flexibilität und Vielseitigkeit.
Immer mehr deutsche und ausländische Urlauber begeistern sich hierzulande für Reisen mit Caravan, Reisemobil und Zelt. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz des Caravaning Industrie Verbandes e. V. auf der Internationalen Ausstellung für Caravan, Motor, Touristik in Stuttgart unterstrich Dirk Dunkelberg, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV), die bemerkenswerte Stellung des Caravan- und Campingtourismus in Deutschland. Allein die Anzahl der Übernachtungen auf den Campingplätzen stieg laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 25,0 Millionen. Daneben wurden unzählige Übernachtungen auf den über 2.500 deutschen Wohnmobilstellplätzen getätigt.
In Deutschland werden rund 14,7 Millionen Tagesausflüge mit dem Reisemobil unternommen, die somit dem Allgemeintourismus und dem Gastgewerbe zugute kommen.
Wesentlich übertroffen wurden alle bisherigen Umsatzschätzungen der Caravaningbranche. Tatsächlich belaufen sich die Bruttoumsätze aus dem Campingtourismus in Deutschland laut der "Reiseanalyse 2007" auf 9,5 Milliarden Euro pro Jahr. Davon entfallen 3,7 Milliarden Euro auf Ausgaben am Aufenthaltsort, 2,9 Milliarden Euro auf Ausgaben für die Fahrt sowie 2,9 Milliarden Euro auf Ausgaben durch die Anschaffung von Ausrüstung.
Detaillierte Untersuchungsergebnisse enthält die im April 2004 veröffentlichte Grundlagenuntersuchung des Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV) mit dem Titel: "Wirtschaftsfaktor Campingtourismus in Deutschland".