
Der deutsche Reisemobilmarkt verzeichnete im Jahr 2009 mit 17.556 Neuzulassungen im Vergleich zu 2008 (20.920 Einheiten) einen Rückgang von 16,1 Prozent. Maßgeblichen Anteil an diesem Rückgang hatte die bereits im I. Quartal 2009 einsetzende Verunsicherung der Käufer, bedingt durch die Finanzkrise und die Ungewissheit über die wirtschaftliche Situation in Deutschlandund Europa. Dementsprechend lagen die Zulassungsrückgänge im I. Quartal 2009 bei über 30 Prozent. Das erste Halbjahr 2009 konnte durch die verbesserte Absatzlage im II. Quartal 2009 mit minus 19,1 Prozent die Rückwärtsbewegung verringern. Auch im zweiten Halbjahr 2009 verlangsamten sich die Rückgänge auf minus 8,8 Prozent, ohne allerdings gestoppt werden zu können. Damit lagen die Zulassungsrückgänge zum Ende des Jahres im einstelligen Bereich. Diese Entwicklunglässt für 2010 die Vermutung zu, dass die Talsohle durchschritten ist. Unberücksichtigt blieben vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg die Reisemobile, die als Personenkraftwagen registriert wurden. Unter Einbeziehung dieser Fahrzeuge beläuft sich das Neuzulassungsvolumen auf rund 19.800 Fahrzeuge im Jahr 2009.
Anhand der Meldungen der CIVD-Reisemobil-Hersteller lässt sich die Produktion
für 2009 mit 22.933 Fahrzeugen beziffern und führt, verglichen mit dem
Vorjahresergebnis (38.596 Einheiten), zu einem Rückgang von 40,6 Prozent. Bereits im III. und IV. Quartal 2008 musste aufgrund der zu erwartenden schwachen Inlandsnachfrage und der wegbrechenden Auslandsmärkte 2009 die Produktion gedrosselt werden. Leider bestätigten sich die Befürchtungen der Caravaningbranche in 2009 stärker als erwartet, so dass im ersten Halbjahr 2009 die Produktion um 52,8 Prozent zurückgefahren werden musste. Im zweiten Halbjahr 2009 verbesserten sich die Absatzchancen in Europa, weswegen die Produktionsdrosselung im III. und IV. Quartal 2009 nicht mehr so dramatisch ausfiel. So lagen Produktionsrückgänge im IV. Quartal 2009 bei nur noch minus 7,4 Prozent.
2010 wird mit einer leichten Produktionssteigerung für die deutschen
Hersteller gerechnet, auch wenn die Marktentwicklung in Europa noch rückläufige Tendenzen aufweist.
Die offizielle Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ermittelte für den Reisemobil-Export des Jahres 2008 insgesamt 19.479 Fahrzeuge. Damit ergibt sich für den Vorjahresvergleich (23.569 Einheiten) ein Rückgang von 17,4 Prozent. Die meisten Reisemobile wurden 2008 nach Frankreich ausgeführt, nämlich5.199 Fahrzeuge. Den zweiten Platz belegte Schweden mit 1.781 exportierten Reisemobilen, gefolgt von Italien (1.696 Einheiten). Die Exportanteile am Ausfuhr-Gesamtvolumen legten in den Ländern Schweden, Finnland, Niederlande und Schweiz um jeweils rund 1 Prozent zu. Im Gegensatz hierzu verlor Spanien über 4 Prozent am Exportvolumen.
Zum Stichtag 1. Januar 2009 waren beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg 325.101 Reisemobile registriert,was verglichen mit dem 1. Januar 2008 (326.374 Einheiten) einem marginalen Rückgang von 0,4 Prozent entspricht.
Beim KBA werden jedoch als Reisemobile nur Fahrzeuge erfasst, die als "Sonstiges Kfz-Wohnmobil" oder über die EG-Fahrzeugklasse "M1SA" zugelassen sind. Ausgebaute Kastenwagen, die als Pkw, als Büromobil oder als Lkw zugelassen werden, sind in diesen Bestandszahlen nicht enthalten. Außerdem enthält der Fahrzeugbestand lediglich die im "fließenden Verkehr"
befindlichen Reisemobile einschließlich der mit Saisonkennzeichen angemeldeten
Fahrzeuge.
Nordrhein-Westfalen weist mit 68.710 registrierten Reisemobilen die meisten
Reisemobile in Deutschland für das Jahr 2009 auf. Position 2 und 3 belegen Bayern (64.087 Einheiten) und Baden-Württemberg (51.131 Einheiten). Nach Schätzungen des CIVD befinden sich 2009 insgesamt 440.000 Reisemobile im
Gebrauch.