
Der Caravan-Absatz in Deutschland weist seit dem Jahr 2000 einen stetigen Rückgang auf, der sich bis zum Jahr 2005 auf durchschnittlich 2,7 Prozent belief. Die zum 1. Januar 2007 in Kraft getretene Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent bescherte der Caravaningindustrie durch vorgezogene Käufe einen Zuwachs von 3,5 Prozent für 2006. In den Jahren 2007 und 2008 sanken die Zulassungen wieder auf ca. 19.000 Caravans. Im Jahr 2009 wurden, beeinflusst durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, nur noch 16.723 Caravans in Deutschland neu zugelassen, was im Vergleich zum Vorjahresergebnis (19.278 Einheiten) einem Rückgang von 13,3 Prozent entspricht. Vor dem Hintergrund der
gesamteuropäischen Entwicklung mit minus 16,3 Prozent liegt Deutschland noch im oberen Drittel der Zulassungsrückgänge. Die Zulassungsverteilung auf die Bundesländer führt eindeutig Nordrhein-Westfalen mit 4.421 Zulassungen an, gefolgt von Bayern (2.520 Einheiten) und Baden-Württemberg (2.349 Einheiten)
Die Caravan-Produktion der deutschen Hersteller wurde 2009 durch zwei Faktoren bestimmt. Zum einen haben sich durch Überproduktion europaweite Bestände bei Herstellern und Händlern von beträchtlicher Höhe aufgebaut und zum anderen
kämpften die Hersteller mit sinkender Nachfrage auf dem europäischen Markt. Diesen sich kumulierenden Effekten konnten die deutschen Hersteller nur durch stufenweise Produktionsdrosselung begegnen, die bereits im III. Quartal 2008 begann. Dementsprechend lag die Produktion im Jahr 2009 mit 38.100 Caravans um rund 25 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (50.586 Einheiten). Für das Jahr 2010 wird bei den deutschen Herstellern wieder mit einer leicht steigenden Caravan-Produktion von 5 bis 8 Prozent gerechnet.
Der Caravan-Bestand wies zum Stichtag 1. Januar 2009 mit 553.581
registrierten Fahrzeugen beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg einen marginalen Rückgang von 0,1 Prozent verglichen mit dem Bestand 2008 (554.179 Einheiten) auf. Seit der Zulassungsverordnung vom 1. März 2007 enthält der Fahrzeugbestand lediglich die im "fließenden Verkehr" befindlichen Caravans einschließlich der Saisonkennzeichen. Saisonal begrenzte Anmeldungen mit normalen Kennzeichen, wie sie von Caravanern oft genutzt werden, fallen somit aus der Statistik.
Den höchsten Bestand an Caravans gab es 2009 mit 129.158 Fahrzeugen in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern (85.568 Einheiten) und Baden-Württemberg (80.635 Einheiten).
Insgesamt schätzt der CIVD den Bestand in Deutschland auf rund 900.000 Fahrzeuge inklusive der für Dauercamping genutzten, aber nicht zugelassenen Caravans.
Im Jahr 2008 wurden laut den offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden insgesamt 31.948 Caravans exportiert. Damit ergibt sich für den Vergleich des Vorjahresergebnisses (42.840 Einheiten) ein
Ausfuhrrückgang von 25,4 Prozent. Besonders die rückläufige Exportentwicklung im III. und IV. Quartal 2008 mit über 30 Prozent Minus hat das Exportergebnis entscheidend geschwächt. Die Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes weist die Niederlande als wichtigstes Caravan-Exportland für Deutschland mit 8.199 Fahrzeugen aus, gefolgt von Dänemark (4.703 Einheiten) und Frankreich (4.583 Einheiten).
Überdurchschnittliche Exportrückgänge ergaben sich für die Länder Großbritannien (-60,3 %) und Spanien (-35,4 %), während in Schweden (-21,2 %) und den Niederlanden (-11,6 %) die Exporteinbußen verhältnismäßig geringer ausfielen.
Dementsprechend gewannen die Niederlande die höchsten Exportanteile hinzu und lagen 2008 mit 26 Prozent um 5,0 Prozent über dem Ergebnis von 2007 (21,0 %).