30.06.2011

Caravan-Neuzulassungen

Die Banken- und Finanzkrise in der zweiten Jahreshälfte 2008, aus der sich die globale Wirtschaftskrise 2009 entwickelt hatte, war maßgeblich für den zum Teil existenzbedrohenden Konjunktureinbruch und die Auswirkungen auf die Caravan-Absatzsituation 2009 bzw. 2010 verantwortlich. Zwar konnte sich die Marktsituation  2010  in Deutschland deutlich entspannen, aber die prognostizierten Zulassungsrückgänge von 5 bis 6 Prozent haben sich leider für den Caravan-Bereich bewahrheitet. Insgesamt  wurden 15.608 Zulassungen vom KBA (Kraftfahrt-Bundesamt)  für 2010 registriert und damit im Vergleich zum Vorjahresergebnis (16.723 Einheiten) ein Rückgang von 6,7 Prozent ermittelt. Den massiven Zulassungseinbußen  im ersten Halbjahr 2009 mit minus 11,6 Prozent sind im ersten Halbjahr 2010 einstellige Rückgänge  (minus 4,4 Prozent) gefolgt. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits im vierten Quartal 2009 (minus 9,8 Prozent) ab. Die verlorenen Caravan-Zulassungen betreffen die Gewichtsklassen zwischen 1.001 und 1.600 kg zulässiges Gesamtgewicht, das heißt, besonders leichte und schwere Caravans ließen sich 2010 besser verkaufen als 2009. Der Neuzulassungsanteil importierter Caravans ist weiterhin im Sinken und verlor zum Vorjahr annähernd 20 Prozent. Importfabrikate haben mittlerweile einen Zulassungsanteil unter 6 Prozent.

Das caravanfreundlichste Bundesland 2010 ist weiterhin mit großem Abstand Nordrhein-Westfalen mit 4.125 Neuzulassungen, gefolgt von Bayern (2.443 Neuzulassungen) und Baden-Württem berg (2.282 Einheiten).

Nach den zurzeit vorliegenden  Erhebungen der ECF (European Caravan Federation) ist Deutschland der zweitstärkste Caravanmarkt in Europa. Nur Großbritannien mit rund 25.600 Neuzulassungen hat mehr Neuzulassungen aufzuweisen.

Caravan-Produktion

Die Drosselung der Produktion in 2009 hat dazu geführt, dass am Ende des Jahres die zuvor seit 2008 aufge bauten Caravan-Bestände beim Fachhandel in Europa erheblich reduziert werden konnten. Damit wurde Platz geschaffen für die neuen Modelle 2010. Um einen weiteren Bestandsaufbau zu verhindern, sind die Hersteller auf auftragsbezogene Fertigung übergegangen. Dementsprechend lagen die Produktionssteigerungen im moderaten  Rahmen von 4,7 bis 5,4 Prozent in den ersten drei Quartalen 2010 im Vergleich zu 2009. Das hohe Bestellvolumen für 2011 in Europa  hat die deutschen Caravanhersteller veranlasst, die Produktion im vierten Quartal 2010 um rund 10 Prozent verglichen mit dem Vorjahr hochzufahren. 2010 wurden insgesamt 40.500 Caravans von der deutschen Caravan-Industrie gefertigt, was verglichen mit dem Vorjahresergebnis (38.096 Einheiten) ein Plus von 6,3 Prozent bedeutet. Erwähnenswert erscheint hierzu, dass die Hersteller je nach Absatz im Ausland die Produktion individuell angepasst haben. Dies war vor dem Hintergrund einer leicht rückgängigen Marktentwicklung  in Deutschland notwendig geworden.

Caravan-Bestand

Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg (KBA) registrierte zum Stichtag  1. Januar 2010 einen Bestand  von 558.614 angemeldeten Caravans, was verglichen mit dem Stichtagsergebnis des Vorjahres (553.581 Einheiten) einem Zuwachs von 0,9 Prozent entspricht. Seit März 2007 enthält der Fahrzeugbestand keine Caravans mehr, die während des Jahres an- und abgemeldet werden oder auf Camping- plätzen zum Dauercampen genutzt werden. Das caravanfreundlichste Bundesland war 2010 wieder Nordrhein-Westfalen mit 129.783 Fahrzeugen, gefolgt von Bayern (86.249 Einheiten) und Baden-Württemberg (81.013 Einheiten). Erfreulich zeigt sich die Bestandsentwicklung in den neuen Bundesländern, die im Vergleich 1. Januar 2010 zu 1. Januar 2005 um durchschnittlich 2,8 Prozent gestiegen ist.   Nach den Erhebungen des CIVD beträgt der Gesamtbestand zum 1. Januar 2010 inklusive Dauercamping  rund 900.000 Caravans.  

Caravan-Ausfuhr

Anhand der offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden sind im Jahr 2009 insgesamt 22.569 Caravans exportiert worden. Der Rückgang zum Vorjahresergebnis (31.948 Einheiten) liegt bei 29,4 Prozent. Wichtige Exportländer für die deutschen Hersteller wie die Niederlande, Dänemark, Norwegen und Schweden wiesen empfindliche Verluste auf. Im Einzelnen ergeben sich die folgenden Exportrückgänge für die größten Caravan-Exportmärkte: Niederlande minus 24,2 Prozent, Dänemark minus 53,5 Prozent, Norwegen minus 46,1 Prozent und Schweden minus 36,7 Prozent.   Aber auch kleinere Ausfuhrmärkte  mussten  in 2009 "Federn  lassen„.  So wurden nach Italien (minus 50,1 Prozent), Spanien (minus 39,4 Prozent), Finnland (minus  37,6  Prozent)  oder auch Großbritannien  (minus 30,2 Prozent) erheblich weniger Caravans exportiert als noch 2008. Die Ausfuhr in die Schweiz lag auf Vorjahresniveau, während der Export nach Frankreich sogar mit plus 5,8 Prozent einen Zuwachs verzeichnete. Die drei wichtigsten Exportländer zusammen haben einen Exportanteil von annähernd 60 Prozent am Gesamtvolumen. Wichtigster Absatzmarkt für die deutschen Hersteller bleiben die Niederlande mit 6.214 exportieren Caravans, gefolgt  von Frankreich (4.849 Einheiten) und Dänemark (2.186 Einheiten).