10.05.2010

Caravaning und Camping liegen im Trend

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewinnen Caravaning und Camping offenbar an Anziehungskraft. Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden stieg die Zahl der Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen von Januar bis Dezember 2009 um 9 Prozent auf 25 Millionen. Das ist die zweithöchste Zunahme seit 2001. Die Campingplätze konnten sich damit dem allgemeinen Trend stagnierender Übernachtungszahlen widersetzen. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen um 6 Prozent auf 3,7 Millionen zu, die der Gäste aus dem Inland stiegen um 10 Prozent auf 21,3 Millionen.

Der Zuwachs bei den Übernachtungen auf Campingplätzen ist weniger auf die Anzahl der Übernachtungen pro Gast zurückzuführen, sondern vielmehr auf das Anwachsen der Gästezahl: Die Zahl der Ankünfte von Campingtouristen insgesamt stieg um 11 Prozent auf 7 Millionen. Campingplätze haben dabei vor allem bei den inländischen Gästen an Beliebtheit gewonnen. Hier stiegen die Ankünfte um 12 Prozent auf 5,7 Millionen.

Das Statistische Bundesamt errechnete auch, dass die Gesamtzahl der Übernachtungen 2009 in Deutschland (368,9 Millionen) nahezu unverändert blieb und sich auch die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland (314,0 Millionen) konstant halten konnten. Nach vorläufigen Ergebnissen wurden im Jahr 2009 in Deutschland aber nur 54,9 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland gezählt. Das war ein Minus von 3 Prozent gegenüber 2008. Damit fiel diese Zahl zum ersten Mal seit sechs Jahren. Trotz Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und weltweit rückläufiger Tourismuszahlen konnte aber das Rekordjahr 2008 nahezu wiederholt werden.

Der Deutsche Tourismusverband e. V., DTV, sieht gute Chancen, den Erfolg in diesem Jahr fortzusetzen. Eine neue Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, fand heraus, dass 2010 nur 4 Prozent der Deutschen ganz auf ihren Urlaub verzichten wollen - 2009 waren es noch 10 Prozent. Sollte sich diewirtschaftliche Lage weiterhin verbessern, rechnet der DTV auch mit steigender Reiselust der Deutschen. 

Auszug aus der Presseinformation des DTV (Deutscher Tourismusverband e. V.) anlässlich der CIVD-Jahrespressekonferenz in Stuttgart am 18.01.2010:

Immer mehr deutsche und ausländische Urlauber begeistern sich hierzulande für Reisen mit Caravan, Reisemobil und Zelt. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz des Caravaning Industrie Verbandes e. V. auf der Internationalen Ausstellung für Caravan, Motor, Touristik in Stuttgart unterstrich Dirk Dunkelberg, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV), die bemerkenswerte Stellung des Caravan- und Campingtourismus in Deutschland. Allein die Anzahl der Übernachtungen auf den Campingplätzen stieg laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 25,0 Millionen. Daneben wurden unzählige Übernachtungen auf den über 2.500 deutschen Wohnmobilstellplätzen getätigt.

In Deutschland werden rund 14,7 Millionen Tagesausflüge mit dem Reisemobil unternommen, die somit dem Allgemeintourismus und dem Gastgewerbe zugute kommen.

Wesentlich übertroffen wurden alle bisherigen Umsatzschätzungen der Caravaningbranche. Tatsächlich belaufen sich die Bruttoumsätze aus dem Campingtourismus in Deutschland laut der "Reiseanalyse 2007" auf 9,5 Milliarden Euro pro Jahr. Davon entfallen 3,7 Milliarden Euro auf Ausgaben am Aufenthaltsort, 2,9 Milliarden Euro auf Ausgaben für die Fahrt sowie 2,9 Milliarden Euro auf Ausgaben durch die Anschaffung von Ausrüstung.

Detaillierte Untersuchungsergebnisse enthält die im April 2004 veröffentlichte Grundlagenuntersuchung des Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV) mit dem Titel: "Wirtschaftsfaktor Campingtourismus in Deutschland".