04.07.2011

Reisemobil-Neuzulassungen

Im Jahr 2010 verzeichneten die Reisemobil-Neuzulassungen mit 18.139 Einheiten einen Anstieg von 3,4 Prozent im Vergleich zum Kalenderjahr 2009 (17.556 Einheiten). 

Das erste Quartal 2010 wies mit minus 6,8 Prozent nochmals eine rückläufige Zulassungstendenz auf, was durch die winterlichen Verhältnisse im Januar und Februar 2010 begünstigt wurde. Der März 2010 konnte trotz massiver Aufholjagd (plus 32,7 Prozent) nicht mehr das Zulassungsminus der ersten beiden Monate 2010 kompensieren.

Bereits im zweiten Quartal 2010 lagen die Reisemobil-Neuzulassungen auf Vorjahresniveau, um im dritten Quartal 2010 mit 5,8 Prozent das dritte Quartal 2009 zu übertreffen. Das zweite Halbjahr 2010 konnte bis zum Jahresende eine positive Absatzentwicklung von 1,2 Prozent beibehalten. Die Reisemobil-Neuzulassungen im Januar 2011 bestätigen das wachsende Interesse am Reisemobil und es kann davon ausgegangen werden, dass in 2011 wieder leichte Zulassungssteigerungen zu erwarten sind. Die erfassten Reisemobil-Neuzulassungen  des KBA beinhal- ten nicht die als Personenkraftwagen registrierten Fahrzeuge. Unter Berücksichtigung dieser Fahrzeuge beläuft sich das Neuzulassungsvolumen auf rund 20.400 Reisemobile im Jahr 2010.

Reisemobil-Produktion

Die Meldungen der CIVD-Reisemobil-Hersteller ergeben für 2010 ein Produktionsvolumen von 30.931 Fahrzeugen, das verglichen mit dem Vorjahresergebnis  (22.933 Einheiten) einen Zuwachs von 34,9 Prozent aufwies. Maßgeblichen Anteil an dieser Produktionssteigerung ist dem Export zuzuschreiben, da die Inlandsnachfrage nur leichte Zuwächse (plus 3,3 Prozent) zu verzeichnen hatte. Desweiteren gilt es zu berücksichtigen, dass die Bestände bei Herstellern und Händlern durch die massive Produktionsdrosselung in 2009 (minus 40,6 Prozent) und den durch Händler- Rabatte begleitenden Abverkauf erheblich geschrumpft sind.  

Die Produktionskoppelung an die Exportentwicklung lässt sich zum Beispiel am ersten Halbjahr  2010 verdeutlichen. Die Produktion stieg um 33,5 Prozent, weil die Exporte um 27,2 Prozent zugenommen haben. Im dritten Quartal 2010 wurde die Produktion um 30,4 Prozent und im vierten Quartal 2010 sogar um 41,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert.  

Voraussetzung für diese Produktionserweiterungen war die Tatsache, dass diejenigen Länder, auf denen die deutschen Hersteller gut positioniert waren, auch erfreuliche Absätze aufwiesen.  

Für 2011 wird vor dem Hintergrund der Erwartungen der deutschen Hersteller an den europäischen Reisemobilmarkt von leichten Produktionssteigerungen ausgegangen

Reisemobil-Ausfuhr

Die offizielle Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergab 11.587 exportierte Reisemobile in 2009 und einen damit verbundenen Rückgang von 40,5 Prozent verglichen  mit dem Vorjahresergebnis (19.479 Einheiten). Dieser Exportrückgang stimmt bis auf ein Zehntelprozent mit der Produktionsdrosselung  der deutschen Hersteller (minus 40,6 Prozent)  überein und zeigt die Abhängigkeit der inländischen Produzenten von der Ausfuhr.  Diese Drosselung der Produktion wurde notwendig, weil die wichtigsten Exportländer wie Frankreich (minus  40,3  Prozent),  Norwegen (minus  50,9 Prozent), Schweden (minus 54,0 Prozent), Italien (minus 45,1 Prozent)  und Großbritannien (minus  37,1 Prozent) massive  Importrückgänge aufwiesen. Trotz der enormen Ausfuhrrückgänge im Jahr 2009 war Frankreich mit 3.103 Reisemobilen die Nummer 1 bei den deutschen Herstellern, gefolgt von der Schweiz (1.067 Einheiten) und Großbritan-nien (1.052 Einheiten). Die Exportquote der deutschen Hersteller lag übrigens 2009 bei 49,9 Prozent.

Reisemobil-Bestand

Der Reisemobil-Bestand wies zum Stichtag 1. Januar 2010 nach den Angaben des  Kraftfahrt-Bundesamtes 330.664 registrierte Fahrzeuge auf und stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt (325.101 Einheiten) um 1,8 Prozent.  

Beim KBA werden jedoch als Reisemobile nur Fahrzeuge erfasst, die als "Sonstige  Kfz-Wohnmobil„  oder  über  die EG-Fahrzeugklasse "M1SA„ zugelassen sind. Ausgebaute Kastenwagen, die als Pkw, Büromobil oder Lkw zugelassen werden, sind in diesen Bestandszahlen nicht enthalten. Außerdem enthält der Fahrzeugbestand lediglich die im "fließenden Verkehr„ befindlichen Reisemobile einschließlich der mit Saisonkennzeichen angemeldeten Fahrzeuge.  

In Nordrhein-Westfalen  waren mit 69.808  angemeldeten Reisemobilen die meisten Fahrzeuge zum Stichtag 1. Januar 2010 registriert, gefolgt von Bayern (64.986 Einheiten) und Baden-Württemberg (51.494 Einheiten).  

Während der Reisemobilbestand in den alten Bundesländern rückläufig ist, wächst der Bestand in den neuen Bundeslän- dern. So ergibt sich ein durchschnittliches Wachstum von 5,7 Prozent in den neuen Bundesländern verglichen mit dem Vor- jahresstichtag.  

Insgesamt schätzt der CIVD, dass sich rund 440.000 Reise- mobile im Gebrauch befinden.